Ganz groß

Auf die Größe kommt es eben doch an. Zumindest bei öffentlich finanzierten Bauprojekten. Diesen Eindruck gewinnt schnell, wer sich mit den jüngsten Großprojekten in Stuttgart, Berlin und Hamburg befasst. Gleich mehrere Milliarden werden in den Teich geworfen – und man hört es nicht einmal plumpsen…

Das wäre ja alles erträglich, wenn es sich bei den genannten Projekten wenigstens um Vorhaben von besonderer Tragweite für die Gesellschaft handeln würde. Das krasse Gegenteil aber ist der Fall. In Stuttgart werden die Milliarden verbuddelt, damit ein paar tausend Menschen einige Minuten weniger an einem Bahnhof in einer Stadt von sehr überschaubarer Größe warten müssen.

In Berlin will man nun nach den Bahnreisenden, die dank des neuen Hauptbahnhofs inzwischen die wunderbare Möglichkeit haben, irgendwo im Nirgendwo auszusteigen um sich dann ewig lang an die Orte der Stadt zu begeben, für die ein Bahnreisender nach Berlin kommen könnte, auch die Fluggäste in den Genuss bringen, Berlin bei einer unfreiwilligen Rundfahrt etwas besser kennenzulernen. Bis es aber soweit ist, wird die für unglaublich viel Geld aufgestellte Bauruine noch einmal saniert. Die Flugrouten scheinen bei einem solchen Projekt übrigens ohnehin nur dem absoluten Laien von Bedeutung zu sein.

Und in Hamburg? Eine Philharmonie für mehrere hundert Millionen Euro – wie viele Menschen sollen denn darin ein Hochgefühl der musikalischen Spitzenunterhaltung erfahren, damit dieser Bau eine Rechtfertigung erhält…?

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